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Bernstein

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Bernstein Artikel

Für Persönlichkeiten mit dem Namen "Bernstein" siehe Bernstein (Begriffsklärung)


Bernstein (v. mittelniederdt. bernestein "Brennstein") genannt einen klaren bis undurchsichtigen gelben Schmuckstein aus fossilem Harz, aus dem auch ein Holzlack hergestellt wird. Der madegassische Bernstein kann durch chemische Einschlüsse sogar grünlich bis bläulich gefärbt sein - diese seltenen Varietäten sind extrem begehrt und teuer.

Bernstein ist bis zu 260 Millionen Jahre alt. Aus dem zähflüssigen Harz damaliger Bäume wurde in dem Laufe der Zeit eine feste Substanz. Somit ist Bern"stein" nicht mineralisch und zählt folglich strenggenommen auch nicht zu den Edelsteinen.

Bernstein Beschreibung
Bernstein Beschreibung
Anhänger aus Bernstein, der ovale ist 52 mm der andere 32 mm groß

Bernstein gehört zu den ältesten Schmucksteinen. Einige alt-ägyptische Objekte sind über 6 Tausend Jahre alt. Das wohl berühmteste Kunstobjekt aus Bernstein war das Bernsteinzimmer, das seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden ist.

Dem Bernstein wurden früher Heilkräfte zugeschrieben, und er wurde in zerriebener Form gegen verschiedene Krankheiten eingenommen. Auch bei uns trägt ihn manche/r als Amulett oder Schmuck bzw. dient die Bernsteinsäure als Geschmacksverstärker.

Für die Wissenschaft, insbesondere für die Paläontologie, ist Bernstein mit Einschlüssen, so genannten Inklusen, von Interesse. Diese Einschlüsse sind Fossilien von kleinen Tieren oder Pflanzenteilen, die in dem Bernstein konserviert wurden.

Inhaltsverzeichnis
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Etymologie

Der Name Bernstein, Brennstein stammt vom niederdeutschen börnen (brennen). Früher wurde er auch als Luchsstein genannt, da man annahm, er wäre aus dem Harn des Luchs entstanden, der bei starker Sonneneinstrahlung hart geworden wäre. Der griechische Name des Bernsteins ist elektron. Da Bernstein elektrostatisch aufgeladen werden kann, wurden frühe Versuche zur Elektrizität mit Bernstein durchgeführt. Bernstein wurde daher zu dem Namensgeber für das Elementarteilchen Elektron und die Elektrizität. Die Römer nannten den Bernstein succinum ("Saft") in der richtigen Vermutung, er sei aus Baumsaft entstanden. Die germanische Nennung des Bernsteins lautet nach Plinius glaes(um) (Glas). Ein anderer Name für Bernstein lautet "gelbe Ambra".

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Merkmale

Farbe: Bernstein ist meistens hell- bis goldgelb und altert zu rötlich- oder bräunlich-gelb, in dem Extremfall zu Rottönen. Trüber Bernstein kann weißgelb oder weiß sein. Je nach Verschmutzung oder Schwefeleisenbildung in Spalten werden die Farben dunkler. Selten sind die blaugrün schimmernden Bernsteine.

Brennbarkeit: Bernstein ist brennbar. Deswegen heißt er auch Brennstein. Er kann in dem Gegensatz zu Kunstharzimitationen leicht angezündet werden und zeigt während des Brennens eine helle Flamme, die stark rußt. Dabei duftet er harzig-aromatisch und verläuft an der Flamme zu einer schwarzen, spröde erhärtenden Masse. Daher eignet er sich zu dem Räuchern und wird zu dem Beispiel in Indien als Weihrauch-Ersatz für sakrale Zwecke verwandt.

Elektrostatik: Bernstein kann sich elektrostatisch aufladen, wenn er in einem trockenen Umfeld an Gewebe oder an Kunststoff gerieben wird. Um die Elektrostatik zu testen, wird in vielen Fällen Wolle benutzt - der Bernstein zieht dann die Wollfusseln an - oder ein anderes beliebiges Tuch, das aber nicht aus Leder sein sollte. Er kann dann kleine Papierschnipsel, Stofffasern oder Wolle anziehen.

Dichte: Bernstein ist ca. wenig schwerer als Wasser. Wegen seiner kleinen Dichte (um 1,07) geht er in Süßwasser zwar sofort unter, schwimmt aber in stark salzhaltigem Wasser, zu dem Beispiel in gesättigter Kochsalzlösung.

Härte: Bernstein hat eine Härte von 2-2,5 (Mohs-Härte) und ist damit ein recht weiches Material. Daher ist es möglich, mit einer Stecknadel eine Furche in die Oberfläche des "Steins" zu ritzen. Glas und Stein sind deutlich härter.

Lichtbrechung: Bernstein glänzt, wenn er feucht oder geschliffen ist, da er dann eine hohe Lichtbrechung aufweist.

Verwitterung: Bernstein verwittert ständig, besonders durch Luftsauerstoff und Lichteinwirkung. Dabei dunkelt er in den äußeren Schichten nach. Gleichzeitig bilden sich von der Oberfläche und vorhandenen Hohlräumen ausgehend kleine, fast kreisrunde Risse, die Sonnenflinten, die mit der Zeit zu einer rauhen und bröckligen Oberfläche des Bernsteins führen. Dadurch können auch eventuell vorhandene Einschlüsse zerstört werden.

Sonstiges: Naturbernstein reagiert ca. an der Oberfläche mit Äther. Bei längerer Einwirkungsdauer wird sie matt. Pressbernstein ist weniger widerstandsfähig. Er wird bei längerem Kontakt mit Äther teigig und weich. Dasselbe gilt grundsätzlich auch für Kopal und Kunstharz, ca. dass hier schon eine wesentlich kürzerer Kontakt ausreicht.

Buch-Tipp: Blanck, Ulf, Bd.11 : Das Bernstein-Rätsel Geschichte, Spaß und Spannung Bücher über Grüppchen neugieriger Kinder, die wilde Abenteuer bestehen und Rätsel lösen, an denen Erwachsene seit Jahrzehnten verzweifeln, gibt es viele. Nicht alle sind gut geschrieben - dieses hier zu dem Glück schon. Die Urlaubsdetektive sind weder verkannte Genies noch Karatekämpfer, sondern einfach ca. Kinder....

Bernsteinvarianten

Rohbernstein trägt noch seine Verwitterungskruste und wurde nicht geschliffen, poliert oder auf eine andere Weise künstlich verändert.

Naturbernstein ist ein geschliffener und polierter Bernstein, dessen Struktur und Farbe jedoch nicht künstlich verändert wurden. Es ist somit ein unverändertes Naturprodukt.

Pressbernstein wird in dem Handel als "Echtbernstein", "Echter Bernstein" oder "Ambroid" angeboten. Damit ist jedoch nicht der natürlich entstandene Bernstein gemeint, sondern ein Produkt, das aus Schleifresten und kleinen Stücken gefertigt wurde. Pressbernstein wird hergestellt, indem gereinigte Bernsteinbröckchen erwärmt und dann unter starkem hydraulischen Druck zusammmengepresst werden. Dies geschieht unter Luftabschluss und bei einer Temperatur von 200-250°C. Danach wird die so entstandene stangen- oder bogenförmige Masse bei bis zu 3 Tausend Atü Druck verfestigt. Durch Variationen in Hitze und Druck lassen sich nicht ca. unterschiedliche Farbtöne, sondern auch klare und trübe Pressbernsteine herstellen.

Neben diesen drei Arten von Bernstein wird in dem Handel auch "Echtbernstein extra" angeboten, der aufgrund seiner unregelmäßigen Blitzer und seiner kleinen und feingliedrigen Schlierenverteilung visuell kaum vom Naturbernstein zu unterscheiden ist. Er kann ca. durch gemmologische Behandlungsmethoden eindeutig bestimmt werden.

Kopale sind noch nicht völlig zu Bernstein umgebildete erstarrte Harze, die in den Deltas tropischer Flüsse zusammmengeschwemmt werden, z.B. in Afrika. Sie sind höchstens einige zehntausende von Jahren alt und enthalten durchaus auch Einschlüsse. Sie beginnen bei Wärme klebrig zu werden. Kommen sie mit Äther in Berührung, werden ihre Oberflächen innnerhalb kurzer Zeit weich, klebrig und schmierig. Die benetzten Stellen quellen auf.

Buch-Tipp: Das Bernstein-Amulett. Geschichte einer Familie aus Deutschland Eine Beschreibung zum Buch "Das Bernstein-Amulett. Geschichte einer Familie aus Deutschland" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Die Entstehung des baltischen Bernsteins

Der baltische Bernstein ist der bedeutendste und am besten erforschte Bernstein. Man findet ihn an den Küsten der Ost- und Nordsee und in Samland in der "blauen Erde". Der baltische Bernstein ist in dem Alt-Tertiär vor ungefähr 40-50 Millionen Jahren in dem Gebiet von Mittelschweden/Finnland entstanden. Damals erstreckte sich der sogenannte Bernsteinwald in einem breiten Gürtel von Ost nach West bis an die Küste. Deren Verlauf war jedoch anders als heute, so dass das heutige Dänemark, Südschweden und Norddeutschland in dem Wasser lagen, während das heutige Polen und Norwegen durch die Küstenlinie verbunden waren, die in etwa an der Oder verlief. Auch die Ostsee selbst gab es damals noch nicht. So ist zu erklären, dass der baltische Bernstein auch an der heutigen Nordseeküste zu finden ist. Der Bernstein entstand, indem das Harz aus den Kiefern strömte, vermutlich nach vorheriger Verletzung der Borke, eintrocknete und erhärtete. Es sind verschiedene Flussformen bekannt:

  • Schlauben entstanden, als Harz schubweise austrat und die vorherigen Harzablagerungen überdeckte. Sie sind vielfach voller Verschmutzungen, seltener milchig und bergen die meisten Einschlüsse.
  • Zapfen entstanden aus Harztropfen, die vor dem Herunterfallen am eigenen Tropfenfaden erstarrten. Erneute Harzflüsse können zu dickeren Harz-"Stalaktiten" führen. Sie enthalten häufig Einschlüsse. Typisch ist eine abgeflacht rundliche Perlenform.
  • Knochen bezeichnet man eine Bersteinsorte, die so viele mikroskopisch kleine Blasen enthält, dass sie rahmweiß aussieht. Sie enthält keine erkennnbaren Einschlüsse.
  • Bastard wird eine häufige Bernsteinsorte genannt, die von zahllosen Blasen derart getrübt ist, dass sie undurchsichtig und milchig wirkt. Die Farben liegen meistens zwischen gelblichweiß und ockergelb. Diese Sorte enthält selten Einschlüsse.
  • Flomen genannt einen eigentlich klaren Bernstein, der von vielen mittelgroßen Blasen deutlich getrübt ist. Bei geeigneter Sichtmöglichkeit findet man gelegentlich Einschlüsse.
Buch-Tipp: Das Bernstein-Amulett. Geschichte einer Familie aus Deutschland. Diese Geschichte konnte SO ca. in Deutschland passieren. . . . Dies ist nicht ca. ein toller, spannender und zu Herzen gehender Familienroman - dies ist gleichzeitig eine Chronik der Geschichte der beiden deutschen Staaten, ihrer Teilung und Wiedervereinigung. Die Menschen, von denen dieses Buch handelt, stehen stellvertretend für viele Deutsche,...

Bernstein-Einschlüsse: Inklusen

Buch-Tipp: Das Bernstein-Teleskop Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Das Bernstein-Teleskop". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Inhalt

Im erstarrten Harz des Bernsteins finden sich konservierte Lebensformen, die vor Millionen von Jahren auf der Erde in Wäldern gelebt haben:

Bernstein Beschreibung
Bernstein Beschreibung
Ein Insekt in dem Berstein gefangen. Das Stück ist etwa 10 mm lang. In der Vergrößerung kann man die Antennen des Tieres erkennen.

Zum einen gibt es Tiere in den Inklusen: viele verschiedene Gliederfüßer (vor allem Fliegen, Mücken, Libellen, Stechmücken, Ohrwürmer, Tausendfüßler, Termiten, Flöhe, Heuschrecken, Zikaden, Asseln , und Spinnen) sowie Würmer, vereinzelt aber auch Krustentiere, Schnecken, Vogelfedern und Haare von Säugetieren.

Zum anderen gibt es auch eine Vielzahl von pflanzlichen Inklusen: Schimmelpilze, Moose und Flechten, aber auch Pflanzenteile, die von Lärchen, Fichten, Tannen, Palmen, Zypressen, Eiben und Eichen stammen. Ab und zu werden auch Inklusen mit Wassertropfen oder Lufteinschlüssen entdeckt.

Obwohl die Artenvielfalt in der Zeit, als der Bernstein entstand, relativ groß war, sind Inklusenfunde selten. Ca. etwa jedes 500. Bernsteinstück hat einen Einschluss, wobei in den Funden häufig ca. Fragmente der eingeschlossenen Lebewesen vorliegen. Häufig sind die Inklusen auch beschädigt. Darum sind Stücke mit vollständig erhaltenen Zeugnissen des damaligen Lebens besonders wertvoll.

Buch-Tipp: Das Bernstein-Teleskop - His Dark Materials 3(Filmausgabe) Die Beschreibung für das Buch "Das Bernstein-Teleskop - His Dark Materials 3(Filmausgabe)" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Entstehung

Damit Harz zu Bernstein und ein eingeschlossenes Lebewesen oder ein Fremdkörper zur Inkluse wird, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Das Insekt (oder die Pflanze) muss formstabil bleiben, bis das Harz erhärtet ist.
  2. Das Harz darf während des Erhärtens nicht schrumpfen und auch nicht durch später auflastende Gesteine beansprucht werden.
  3. Das Harz muss durch Sonnen- und Hitzeeinwirkung auf natürliche Weise geklärt werden.

Ist das Insekt von nachfließendem Harz umschlossen, beginnt der Abbau der Weichteile in seinem Körperinneren. Dabei treten Muskeln, Drüsen und Körperflüssigkeit durch Mund, After und Körperwandung aus. Darum ist die Umgebung der Inklusen häufig milchig-trübe. Mit der Zersetzung der Weichteile setzt bereits die Erhärtung des Harzes ein. Sind diese Prozesse beendet und ist das Harz in dem Waldboden eingebettet, so wird nach Millionen von Jahren das Harz zu Bernstein und das Insekt zur Inkluse.

Buch-Tipp: Das Bernstein-Teleskop. Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Das Bernstein-Teleskop. ". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Alter und globales Vorkommen des Bernsteins

Man unterscheidet nach Ursprungsort, Alter und der produzierenden Pflanze verschiedene Arten von Bernstein.

Am bekanntesten sind der baltische Bernstein (Ostsee, ungefähr 40-50 Millionen Jahre (Ma) alt, Bernsteinkiefer), der Madagaskar-Bernstein (Madagaskar, 1.000-10 Tausend Jahre alt, Bernsteinpinie) und der insbesondere durch seine Klarheit und seinen Reichtum an fossilen Einschlüssen bekannte "dominican Amber" aus der Dominkanischen Republik (Laubbaum "El Algorobo" vor 25 Ma). Die ältesten Bernsteine sind sporadisch aus dem Devon bekannt.

Die größten Lagerstätten von Bernstein befinden sich bei Jantarny (Palmicken) an der Bernsteinküste der Ostsee (Samland nordwestlich Kaliningrads (Königsberg), an der Ostsee in Russland, und in der Mark Brandenburg. Aber auch in Bitterfeld wurde zu Zeiten der DDR Bernstein systematisch abgebaut. Erstere Vorkommen erwähnt auch Tacitus in seiner Germania erwähnt. Er spricht vom Volk der Aesti, das mit Bernstein handelt.

Auch an der niederländischen, deutschen und dänischen Nordseeküste kann Bernstein nach Stürmen gefunden werden.

In Deutschland sind große Vorkommen in märkischen Gebieten - z.B. in dem Naturpark Barnim zwischen Berlin und Eberswalde. Man fand sie in Talsandflächen des nach Thorn ziehenden Urstromtales durch Regulierungen und Kanalbau. Archäologen vermuten nahe der Grenze zu dem heutigen Polen ein Handelszentrum .

Buch-Tipp: Das Bernstein-Teleskop. His Dark Materials 03 Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Das Bernstein-Teleskop. His Dark Materials 03". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Geschichtliche Bedeutung

Der Bernstein hat den Menschen schon stets fasziniert. Er galt in allen bedeutenden Dynastien und zu allen Zeiten als Zeichen von Luxus und Macht.

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Der Bernstein wurde bereits in der Steinzeit verarbeitet und verziert. Bereits um ungefähr 10 Tausend v.Chr., das heißt zur ausgehenden Eiszeit, wurde er in Nordfriesland zu Anhängern verarbeitet. Auch um 8000-5500 v.Chr. war er ein besonders begehrter Schmuck, der in Dänemark und dem südlichen Ostseegebiet zur Herstellung von statushebenden Tieramuletten und Schnitzereien mit eingravierten Tiermotiven genutzt wurde. Schamanen nutzen ihn auch als Weihrauch, so dass ihm eine rituelle Bedeutung zukam. Dies änderte sich auch nicht als aus den Jägern um 3500-1500 v.Chr.(Neolithikum) Bauern wurden. Diese begannen nun in dem großem Maße ihn zu sammeln, zu opfern und ihn zu verstecken(Bernstein-Depotfunde in Jütland). Zusätzlich wurde er zu Ketten und Anhängern verarbeitet und den Toten mit in die Gräber gegeben. Die Erbauer der Großsteingräber fertigten die für sie typischen Streitaxt-Nachbildungen aus Bernstein.

Buch-Tipp: Davor Dabei Danach. Ein ehemaliger Kommandeur der Grenztruppen der DDR berichtet Eine bessere und ehrlichere Aufarbeitung kenne ich nicht Auf dieses Buch bin ich leider erst in diesem Jahr gestoßen. Ich war selbst Angehöriger der Grenztruppen der DDR und habe als solcher auch den 9. November 1989 unmittelbar erlebt. Was der Autor über die DDR, ihre Geschichte und über ihre Grenztruppen schreibt, kann ich ohne...

In der Bronzezeit nahm das Interesse an der Bernsteinverarbeitung zunächst ab, obwohl er stets noch eine beliebte Grabbeigabe blieb. Der Collierfund in einem Urnengrab von Ingolstadt, eine opulente Halskette, muss damals von unschätzbaren Wert gewesen sein. warum das Collier in einem Tonkrug vergraben wurde, ist bis heute nicht geklärt.

In der Eisenzeit gewann der Bernstein durch die Wertschätzung der Griechen und Römer wieder an Bedeutung. Diese schätzten den Bernstein als Edelstein ebenso wie die Phönizier, Mykenier und Ägypter, die ihn als Tauschmittel für Luxusgüter aller Art nutzten, wie bei Homer erwähnt und beschrieben. Zur Zeit der Wikinger war er wieder ein begehrtes Material, das zu dem Heizen benutzt oder kunstvoll verarbeitet wurde. Aus dieser Zeit sind beispielsweise Funde von Perlen für gemischte Ketten, Spinnwirtel, Spielbrettfiguren und Würfel aus Bernstein bekannt.

Handelswege

Bereits zur Steinzeit war der baltische Bernstein ein wertvolles Tauschobjekt und Handelsgut, das südwärts gelangte. In dem griechischen Mykene fand man Schmuck aus impotierten Bernstein. Die Handelswege des Bernsteins bezeichnet man Bernsteinstraße. Sie verlaufen bündelförmig nach Süden zu dem Mittelmeer:

In der griechisch-römischen Antike wurde erkannt, das Bernstein sich elektrostatisch aufladen kann. Der griechische Philosoph Aristoteles berichtet darüber. Außerdem soll er mit Pytheas von Massila um 334 v.Chr. die so genannten Bernsteininseln, das heißt die west-, ost und nordfriesischen Inseln, aufgesucht haben. Die Römer Tacitus und Plinius schrieben auch über den Bernstein sowie seine Herkunft und seinen Handel. Kaiser Nero soll Bernstein in großen Mengehn zu Repräsentationszwecken genutzt haben. In dem Rom der Kaiserzeit trieb nicht ca. der Kaiser, sondern auch das Volk mit dem Bernstein einen ungeheuren Luxus. Man trank aus Bernsteingefäßen, er zierte alles,was von Wert war, und wohlhabende Frauen färbten ihr Haar bernsteinfarben. In der römischen Antike wurde zudem der Handel mit samländischen Bernstein erschlossen.

Im Mittelalter und für katholische Gebiete auch danach wurde der Bernstein hauptsächlich zur Herstellung von Rosenkranz-Gebetsketten genutzt. Der Deutsche Orden sicherte sich in dieser Zeit das Recht auf allen Bernstein Ost- und Westpreußens, weil er damit viel verdienen konnte. Dieses so genannte "Bernsteinregal" brachte ihm seinen Reichtum ein. Später ging es auf den jeweiligen Landesherrn über. Als ein Verstoß dagegen konnte das Sammmeln und der Verkauf von Bernstein auf eigene Rechnung mit dem Tod bestraft werden. In abgemildeter Form galt das Gesetz bis 1945.

In der Neuzeit wurde Bernstein nach alter Tradition zu Schmuck verarbeitet, aber auch für Schatullen, Spielsteine und -bretter, Intarsien, Pfeifenmundstücke und andere repräsentative Sachen benutzt.

Im 18. Jahrhundert ließ der preußische König Friedrich I. das Bernsteinzimmer für sein Charlottenburger Schloß in Berlin fertigen, das 1712 fertig gestellt wurde. 1716 verschenkte er es an den russischen Zaren Peter den Großen. Später wurde es in ein Schloß bei St.Petersburg eingebaut, in dem Zweiten Weltkrieg von den Deutschen geraubt und nach Königsberg gebracht, wo es 1945 wahrscheinlich verbrannte. Es gibt allerdings Gerüchte, wonach das Bernsteinzimmer noch stets in unterirdischen Stollen eingelagert sein soll.

1837 überließ der preußische König Friedrich Wilhelm III. die gesamte Bernsteinnutzung von Danzig bis Memel gegen die Summe von 30 Tausend Mark den Gemeinden des Samlandes.

Um 1970 senkte die Sowjetunion die Jahreslieferung von zehn Tonnen auf eine herunter. Der Hauptabnehmer der Importware, VEB Ostseeschmuck , forderte daraufhin die Bürger der DDR durch Zeitungsanzeigen auf, Bernstein nach Ribnitz-Damgarten zu schicken. Da die meisten Zusendungen von Bitterfelder Bergleuten kamen, beauftragte der Betrieb Geologen, den Braunkohletagebau Bitterfeld zu behandeln. Da sie fündig wurden, wurde Bitterfeld zu dem Bernsteintagebau.

In der chemischen Industrie wird Bernstein in dem 20. Jahrhundert und 21. Jahrhundert für die Herstellung von Lacken und Ölen benutzt. Pressbernstein eignet sich für die industrielle Weiterverarbeitung von Gebrauchsgegenständen und als Isolator, da sein elektrischer Widerstand größer als der von Porzellan ist.

Legendäre Heilkräfte und Schutzzauber

Anwendung von Bernstein: Bernstein als homöopathisches Heilmittel wurde und wird in der Volksheilkunde als Stein, Rauch, Pulver (kann zu einer Salbe verarbeitet werden), destilliertes Öl und Bernsteinsäure angewendet. Er soll Rheuma, Erkältungskrankheiten, Zahnschmerzen, Harnleiden und Entzündungen lindern. Ebenso wird angenommmen, dass Bernstein die Heilung bei Herzschwäche, Brustschmerzen, Asthma, Atemlosigkeit, Ohren- und nervlichen Erkrankungen unterstützt. Es wird auch empfohlen, ihn bei Nieren-, Gallen-, Leberkrankheiten, bei Problemen in dem Magenbereich, Verdauungssystem und bei Epilepsie einzusetzen. Ganz besonders soll Bernstein beim Zahnen von Kleinkindern helfen. Zudem gilt er in dem Aberglauben als Objekt der Magie. In dieser Hinsicht soll er vor bösem Zauber schützen und Dämonen, Hexen und Trolle vertreiben.

Bernstein gilt als ein Schutzstein, der Ängste nehmen und Lebensfreude schenken soll. Um seine volle Wirkung zu entfalten, soll er lange ohne Unterbrechung auf der Haut getragen werden.

Verarbeitung und Pflege von Bernstein

Bernstein wurde schon in der Steinzeit bearbeitet. Jeder kann dies ohne großen maschinellen Aufwand bewerkstelligen.

Werkzeug

Zur Bearbeitung von Bernstein wird Nass-Schleifpapier mit Körnungen von 80 bis 1 Tausend gebraucht sowie Nadelfeilen mit Hub 1 und 2, Schlämmkreide (Alternative: Zahnpasta), Brennspiritus, Wasser, Leinen- bzw. Baumwolllappen, Fensterleder (Ledertuch), eine kleine Bohrmaschine und Spiralbohrer (max. 1mm), eine mittelstarke Laubsäge(zum Zerschneiden großer Bernsteinstücke) und eine Angelsehne (zum Auffädeln einer Kette). In dem Umgang mit den Geräten ist Vorsicht geboten.

Anleitung

1. Feilen und Schleifen: Die unerwünschte Verwitterungskruste wird mit der Nadelfeile oder Nass-Schleifpapier der Körnung 80 bis 120 entfernt. Zu dem Aufbau des Schliffs werden mit dem Bernstein oder dem Schleifpapier kreisende Bewegungen ausgeführt. Dabei wird die Körnung stufenweise bis 1 Tausend erhöht. Diese Bearbeitung erfordert etwas Geduld, da die gröberen Schleifspuren des vorherigen Schleifpapiers glatt geschliffen sein müssen, bevor die nächstfeinere Körnung benutzt werden kann. Zudem sollte der Bernstein vor jedem Wechsel des Schleifpapiers gründlich mit Wasser abgespült werden, um ihn nicht zu überhitzen (dadurch kann eine klebrige Oberfläche entstehen) und um Kratzer zu vermeiden.

2. Polieren: Die Politur ist der letzte Arbeitsgang beim Schleifen. Dazu wird ein Leinen- bzw. Baumwolltuch mit Spiritus angefeuchtet und mit Schlämmmkreide bestrichen. Mit dem so präparierten Tuch wird der Bernstein in kreisenden Bewegungen poliert und anschließend unter Wasser ausgewaschen. Zu dem Schluss wird der Bernstein mit einem Fensterleder nachpoliert.

3. Bohren: Der Bohrer wird in eine elektrische Handbohrmaschine eingespannnt. Die benutzte Drehzahl sollte niedrig sein und eine gewisse Übung in der Handhabung von Bohrern ist nicht ca. aus Sicherheitsgründen von Vorteil, sondern auch weil dabei große Vorsicht geboten ist. Der Bohrer darf nicht verkannten oder mit großem Druck durch den Bernstein getrieben werden, da Bernstein sehr druckempfindlich ist und damit die Gefahr, dass er bricht, sehr groß ist. Sollte der Bernstein doch einmal brechen, hilft ein handelsüblicher Sekundenkleber.

Tipp: Matte, wenig glänzende, stumpfe oder ältere Bernsteine bekommmen mit etwas Möbelwachs einen schönen Glanz.

(Library übernimmt keine Haftung für Unfälle. Das Befolgen dieser Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr.)

Pflege

Bernstein sollte regelmäßig unter fließend warmem Wasser gespült und nicht in die Sonnne gelegt werden, da er schnell brüchig wird.

Fälschungen, Manipulationen und Legenden

Fälschungen und Manipulationen

Schon in dem 18. Jahrhundert wurden Bernsteineinschlüsse gefälscht. Man versuchte damals, Tiere wie Frösche oder Eidechsen als Inklusen in dem Bernstein unterzubringen, eine Praxis, die auch heutzutage noch gang und gäbe ist.

Bisweilen wird auch der Bernstein selbst gefälscht. Abgesehen von ihrem Brenngeruch und ihrer kleinen Härte bzw. Dichte sind manche Bernsteinsorten ca. schwer von entsprechend gefärbten Kunststoffen zu unterscheiden. Häufig werden auch Mischungen von Bernstein und Kunstharzen als Bernstein angeboten. Sie sind jedoch durch die deutlich abgesetzten, eingegossenen Bernsteinstücke leicht zu erkennen. Zum Prüfen, ob es sich bei einem Bernstein um ein Original oder ein Imitat handelt, kann eine glühende Nadel benutzt werden.

Künstlich geklärte Bernsteine sind keine Seltenheit. Dabei werden trübe Naturbernsteine (95 Prozent der Naturbernsteine) über mehrere Tage langsam in Rüb- oder Leinsamenöl erwärmt, um sie zu klären. Durch geschickte Temperaturregelung während des Klärungsprozesses können auch Sonnenflinten, Sonnensprünge und Blitzer, die in Naturbernsteinen äußerst selten vorkommmen, gezielt hergestellt werden. Häufig wird auch ein hohes Alter des Steins vorgetäuscht. Beim so genannten Antikisieren wird das Material in einem elektrischen Ofen in gereinigtem Sand mehrere Stunden auf 100 °C erhitzt, um einen warmen Braunton zu erzeugen. Alle diese Manipulationen sind leider ca. schwer nachzuweisen.

Bernstein wird häufig mit durchscheinendem gelbem Feuerstein verwechselt, dessen Oberfläche auch glänzt. Aber in dem Gegensatz zu dem leichten und warmen Bernstein ist Feuerstein kalt und härter als Glas. Um selbstgefundene Bernsteine von Feuerstein zu unterscheiden (bei kleineren Splittern ist das Gewicht nicht ohne weiteres zu bestimmen), kann man den Stein vorsichtig gegen einen Zahn schlagen. Gibt dies einen weichen Ton, wie er zu dem Beispiel entsteht, wenn man mit dem Fingernagel gegen den Zahn schlägt, so ist es kein Feuerstein.

Legenden

Es ist nicht wahr, dass aus der DNA einer Mücke, die Dinosaurierblut aufgenommen hat, mit Hilfe der Gentechnik ein lebendiger Dinosaurier erzeugt werden kann. Dies war die grundlegende Idee des Buches Jurassic Park von Michael Crichton.

Falsch ist auch die Behauptung, es gäbe Einschlüsse von Meereslebewesen in dem Bernstein. Es handelt sich bei den eingeschlossenen Lebewesen ausschließlich sowohl um Landbewohner (70 Prozent aller Inklusen) als auch um Fluss- und Seelebewesen (30 Prozent aller Inklusen) der Bernsteinwaldgebiete.

Siehe auch: Bernsteinsäure, Bernsteinstraße, Bernsteinzimmer, Elektrizität, Elektriden

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